Künstlerresidenz
Die Villa Aurora als Künstlerresidenz in Los Angeles ist heute wieder ein Ort der Begegnung deutscher, europäischer und amerikanischer Kultur sowie ein Treffpunkt von Intellektuellen und Künstlern. Sie ist ein Ort der demokratischen Äußerung und bewahrt und fördert den deutsch-amerikanischen Austausch von Literatur, Kunst, Kultur, Wissenschaft und Politik.„Ein wahres Schloss am Meer" nannte Thomas Mann die Villa Aurora, das ehemalige Wohnhaus von Lion Feuchtwanger und seiner Frau Marta. 1927 in den Hügeln von Pacific Palisades erbaut, wurde es mit dem Einzug der Feuchtwangers 1943 bevorzugter Treffpunkt deutscher Emigranten und ihrer amerikanischen Freunde. Zu den Gästen zählen Thomas und Heinrich Mann, Bertolt Brecht, Franz und Alma Werfel, Alfred Döblin, Ludwig Marcuse, Bruno Frank, Albert Einstein, Arnold Schönberg, Kurt Weill, Hanns Eisler, Fritz Lang, Charly Chaplin. Sie versammelten sich hier zu Lese- und Musikabenden, Feiern und Streitgesprächen. Nach dem Tod von Lion Feuchtwanger bewahrte seine Witwe dieses Andenken und geistige Erbe.
Als Marta Feuchtwanger im Herbst 1987 starb, vermachte sie das Feuchtwanger-Vermögen und die Villa Aurora der University of Southern California. Es drohte der Verkauf der baufällig gewordenen Villa. Der Journalist und Feuchtwanger-Biograph Volker Skierka regte auf Bitten von Prof. Harold von Hofe eine Initiative zur Rettung der baufällig gewordenen Villa an. Er wurde von zahlreichen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens unterstützt. Der damalige Rowohlt-Verleger Michael Naumann, der Kulturjournalist Fritz J. Raddatz und der Bundestagsabgeordnete Freimut Duve brachten das Ziel der Initiative auf die Formel , mit der Villa Aurora eine Art „Villa Massimo am Pazifik" zu begründen. In Berlin engagierte sich die Pressestiftung Der Tagesspiegel gleichfalls für den Erhalt der Villa. 1988 vereinigten sich beide Initiativen zum „Kreis der Freunde und Förderer der Villa Aurora e.V." mit Sitz in Berlin.
1990 konnte der Verein unter dem Vorsitz des Rechtsanwaltes Lothar Poll und seiner Nachfolgerin, Marianne Heuwagen, das Haus mit Hilfe der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin und des Auswärtigen Amtes kaufen und in seiner ursprünglichen Gestalt restaurieren lassen. Die Renovierung dieses historischen Gebäudes wurde 1996 von der Stadt Los Angeles ausgezeichnet. Heute steht die Villa unter Denkmalschutz. Aus der umfangreichen Feuchtwanger-Bibliothek verblieben 22.000 Bände als Dauerleihgabe der USC in der Villa Aurora. Die restlichen, besonders wertvollen 8000 Bände bilden in der USC die Feuchtwanger-Memorial-Library. Seit Dezember 1995 ist die Villa Aurora eine internationale Begegnungsstätte für Künstler.
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